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     Der Anti-Kanon – literarische Meisterwerke aus der untersten Schublade

Cover Scottys Tanz mit dem Tod (Bastei, 2003)
Quelle: Bastei (2003)

»Ein einziges Mal drückte Scotty ab. Das Echo seiner Kugel pfiff zwischen Saloon und Hotel hin und her. Erst fiel eine Flinte aus dem Planwagen, dann beulte sich die Plane aus …«

Fünf Seiten darauf beult sich Scottys Hose aus. Verantwortlich hierfür ist die dralle Jane. »Der Stoff spannte sich über große Brüste, und das Blut schoss Scotty augenblicklich in die Lenden.«

So schnell geht's. Beizeiten ein eingeschobener Geschlechtsakt – das gehört in Scotty Walkers Alltag wie Bohnen und Speck oder wie die Furcht, bei Sonnenuntergang am Galgen zu baumeln ...

     Der Anti-Kanon – literarische Meisterwerke aus der untersten Schublade

Cover Dr. Mabuse, Bertelsmann Lesering (1961)
Quelle: Bertelsmann Lesering (1961)

Der Doktor ist enorm.

Der Luxemburger Norbert Jacques schrieb ihn kurz nach Ende des ersten Weltkriegs – Ullstein veröffentlichte seinen Roman Dr. Mabuse, der Spieler 1921. Norbert Jaques, den deutschsprachigen Schriftsteller aus dem benachbarten Großherzogtum, kennt heute kaum einer mehr – seinen Doktor hingegen, selbst rund einhundert Jahre nach dessen Retortengeburt, noch viele (zumindest als Plattitüde) …

     Neuigkeiten aus der Redaktion, Der Anti-Kanon – literarische Meisterwerke aus der untersten Schublade

Liebe Freundinnen und Freunde der KRACHKULTUR,

heute geht unser Blog an den Start. Das Thema, dem wir uns hier zuerst widmen wollen, ist das Verhältnis von E- und U-Literatur. Unter der Überschrift »Der Anti-Kanon« berichten aktive und ehemalige KRACHKULTURISTEN sowie KRACHKULTUR-Sympathisanten in loser Folge über ihre liebsten »Literarischen Meisterwerke aus der untersten Schublade«. Der erste Beitrag »Dr. Mabuse, der Spieler« (N. Jaques, 1921) ist auch bereits online.

Der eine oder andere Leser wird sich eventuell beleidigt abwenden beziehungsweise entrüstete Einwände vorbringen; entweder weil er …