Das Deutschland-Heft (Vorwort)

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Guten Tag!

Schafft Deutschland sich ab – oder muss es sterben, damit wir leben können?
Kaum ein Thema ist derzeit so ideologisch kontaminiert wie alles, was mit »Deutschland« zusammenhängt. Im politischen Diskurs greift eine Sprache um sich, die andere verstummen lassen will. Immer häufiger geben jene den Ton an, die gar nicht diskutieren wollen. Auf die Floskel, das würde man ja wohl noch sagen dürfen, folgt meist Unsägliches.
Ein Periodikum wie die »Krachkultur«, das seine oppositionelle Gesinnung seit mehr als zwanzig Jahren schon im Titel zur Schau trägt, kann kaum in den Verdacht geraten, Leitkultur zu verbreiten. »Krachkultur« will aufrühren – nicht in einem revolutionären, sondern in einem erkenntniserweiternden und ästhetischen Sinne. Durch Literatur.
Die neue Ausgabe der „Krachkultur“ kann natürlich nur Ausschnitte eines aktuellen Deutschlandbildes, Andeutungen der jetzigen deutschen Befindlichkeit präsentieren. Über zwanzig Autorinnen und Autoren verschiedener Zeiten und Herkünfte geben direkt oder indirekt Auskunft über die Lage des Landes, das, so scheint es, gerade nicht weiß, wohin mit sich selbst.
Ist Heimat nun da, wo man sich aufhängt oder da, wo man sich nicht erklären muss? So viel ist klar: Vor ihr gibt es kein Entkommen.

Martin Brinkmann und Alexander Behrmann

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