»Die Räuberbande« (L. Frank, 1914)

     Der Anti-Kanon – literarische Meisterwerke aus der untersten Schublade

Cover Die Räuberbande, Aufbau (1964)
Aufbau-Verlag (1964)

Mein unterstes Schubladenlektüreerlebnis war irgendeine Nachkriegsliteratur, in der DDR erschienen, ich glaube, Leonhard Frank war das: »Die Räuberbande«. Auf dem Buchumschlag eine Zeichnung von einem Jungen und noch ein wenig was drum herum. Landschaft. Haus, Baum, egal.

Ich mochte die Beschreibung einer Nutte sehr, die ihren Umhang fallen lässt und überall rote Haare hat. Ich hatte dann auch sofort eine rothaarige Freundin, Ingrid mit Namen. Ihr Vater war Kapitän. Sie hatten einen Wellensittich, der konnte Tischtennisbälle in Eierbecher jonglieren. Ein Foto von Ingrid ist von unserer Liebelei übrig geblieben. Sie sitzt auf dem Bett, hält eine Rose, wie als wäre sie ein Räucheraal, so steif. Und sie hat darauf auch so einen Umhang an wie die Nutte in »Die Räuberbande«. Ich traute mich nicht sehr viel weiter an sie heran, als dass wir Petting hatten und uns wild küssten. Mir war beides nicht sonderlich angenehm.

Aber den Roman kann ich gut weiter empfehlen!

Peter Wawerzinek

Kommentare

Kommentar von zebra |

Haha...der jonglierende Wellensittich..und der Räucheraal. Etwas
gut beschreiben können ist wahrhaftig ein Talent..

Kommentar von andre jahn |

nett, aber sehr knapp.

Kommentar von vanessa wieser |

wasn für eine nutte! kommt doch gar keine vor. ich glaub, das is eine verwexlung. und der roman ist wunderschön.

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